Was bedeutet Persönlichkeitsenwicklung

Wie man sich selbs optimiert, ohne in Selbstoptimierungswahn zu verfallen.

Veröffentlicht von - Mai 8, 2019

Mir ist aufgefallen, dass sich in den Medien sehr oft der Begriff "Selbstoptimierungswahn" findet. Da stelle ich mir natürlich die Frage, ob das wirklich ein Wahn ist, oder ob die Medien vielleicht übertreiben und die Leute verschrecken. Daher versuche ich mich mal an einer Abgrenzung, was für mich positive Persönlichkeitsentwicklung bedeutet.

Was ist Persönlichkeitsentwicklung

Ich habe einen kleinen Sohn und an dem kann ich beobachten, was passieren würde, wenn man nichts macht für die eigene Entwicklung. Das Kind würde den ganzen Tag Süßigkeiten essen und nur fern sehen. Daher unterbinde ich das und versuche ihm eine Lebensweise beizubringen, die etwas gesünder ist und dazu führt, dass er als Erwachsener gut in der Gesellschaft zurechtkommt.

Denn eins ist klar: der Mensch ist so angelegt, dass er sich nur dann weiterentwickelt, wenn er es muss. Das schont Energie. Wir stammen vom Affen ab und jede geistige Aktivität kostet Kalorien. Das konnte früher tödlich sein. Daher richtet der Kopf instinktiv Abkürzungen ein. Zum Beispiel Vorurteile. Sie sind dafür in uns angelegt, damit wir keine Zeit damit verschwenden über Dinge ständig bewusst nachzudenken.

Für mich bedeutet positive Persönlichkeitsentwicklung daher, dass wir als Menschen versuchen so viel Instinkt, Egoismus und irrationales Denken wie möglich abzulegen und an unseren Sozialkompetenzen zu arbeiten. Michael Schulz, ein Coach für Persönlichkeitsentwicklung in Leipzig, unterscheidet hierbei zwischen Wissenschaft und den Weisheiten der Selbsthilfeindustrie. Tatsächlich ist es so, dass in diesem Bereich viel Schindluder getrieben wird. Häufig sind es Leute, die ihre Weisheiten zum besten geben, ohne dass die wirklich einer Prüfung in der realen Welt standhalten würden. Vorsicht ist angesagt.

Für mich bedeutet es, dass man als Mensch vorrangig die Kompetenzen schulen sollte, deren Sinnhaftigkeit von der Wissenschaft auch bestätigt wurde. Als Beispiele nenne ich mal ein paar:

      • Lerntheorien
      • Grundlagen der Kommunikation nach Paul Watzlawick
      • Abwehrmechanismen nach Freud
      • Reframing
      • Mimik lesen
      • usw.

Psychotherapeuten kümmern sich die ganze Zeit darum schädliche Verhaltens- und Denkmuster der Menschen in positive umzuwandeln. Sie kennen eine ganze Menge von Kompetenzen, mit denen man sich auseinandersetzen sollte. Potenzial für sinnvole Weiterentwicklung ist auf jeden Fall jede Menge da.

Zudem gibt es da noch eine Reihe von Sachen, die auch zur Selbstoptimierung beitragen, ohne dass man gleich in einen Wahn verfällt. Sie sind einfach praktisch und machen das Leben besser. Zum Beispiel die Grundlagen des Zeitmanagements. Man kann wirklich viel Zeit im Leben damit vergeuden, sinnlosen Aktivitäten nachzugehen. Einmal ein Kurs in Zeitmanagement und die Welt kann sich komplett ändern, ohne dass man sich selbst komplett verändern und Verrat an sich begehen muss. Man teilt einfach seine Aufgaben ein in die Kategorien:

      • Dringend / Wichtig
      • Nicht-Dringend / Wichtig
      • Dringend / Unwichtig
      • Nicht-Dringend / Unwichtig

Ist dieses Ranking erfolgt, muss man sich überlegen, welche von diesen Aufgaben man als erstes angeht. Klare Sache, die Kategorie: dringend-wichtig. Damit schaufelt man sich Kapazitäten frei, um sich und sein Leben weiter voranzubringen.

Selbstoptimierung muss man also nicht unbedingt verteufeln. Es geht nur darum das richtige Maß einzuhalten.